Arzneimittelmanagement


Arzneimittelmanagement Vitus

Bei der Einnahme von vielen verschiedenen Medikamenten kann es ungewollt zu Einnahmefehlern kommen. Da hierdurch der Erfolg einer Behandlung fortdauernd beeinflusst werden kann, müssen Maßnahmen wie das Medikations-Management Abhilfe schaffen.

Für ein gutes Medikations-Management ist es unerlässlich, alle an der Therapie Beteiligten miteinzubeziehen. Besonders wichtig ist es aber, bereits dem behandelnden Arzt mitzuteilen, welche Arzneimittel zum Zeitpunkt der Behandlung eingenommen werden. Häufig finden hierbei rezeptfreie, freiverkäufliche Arzneimittel oder Nahrungsergänzungsmittel keine Erwähnung. Aber gerade diese freiverkäuflichen Arzneimittel oder Nahrungsergänzungsmittel können ebenfalls gravierende Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln haben.

Polypharmazie ist keine Ausnahme

Die gesamtheitliche Betreuung in Arzneimittelfragen wird umso wichtiger, wenn der Patient mehrere Arzneimittel einnehmen bzw. anwenden muss. Es geht dabei nicht nur um pharmakologische Probleme – die Wirkung und die optimale Verteilung des Wirkstoffes im Körpers sowie Neben- und Wechselwirkungen – die auftreten können, sondern oftmals auch um galenische Fragen zur Arzneiform (z.B. Tabletten oder Tropfen), Adherence-Probleme, logistische Schwierigkeiten, Probleme der Handhabung (z.B. Insulin Pens, Inhalationsgeräte) etc. Polypharmazie ist schon lange keine Ausnahme mehr: Patientinnen und Patienten erhalten im fortgeschrittenen Alter zunehmend Verschreibungen von verschiedenen Fachärzten, hinzu kommen Behandlungen im Krankenhaus oder in Therapie- und Pflegeeinrichtungen sowie rezeptfreie Arzneimittel oder Nahrungsergänzungsmittel, die im Rahmen der Selbstmedikation und Gesundheitsvorsorge auf eigene Initiative hin eingenommen werden. Einen Überblick über alle Medikamente zu behalten, fällt den Patienten in solchen Fällen schwer – Einnahmefehler und Wechselwirkungen sind vorprogrammiert. (Quelle: Österr. Apothekerkammer)

Und genau hier setzt das Medikationsmanagement an!

 

Wie funktioniert Medikationsmanagement?

Im Rahmen des Medikationsmanagements unterziehen die Apotheker- und rinnen alle Arzneimittel einer systematischen Analyse. Sie eruieren, ob die eingenommenen Präparate Wechsel- oder unerwünschte Nebenwirkungen entfalten, sich gegenseitig in ihrer Wirkung aufheben oder verstärken oder überhaupt wirkstoffgleich sind (Doppelverordnung). In solchen Fällen erstattet die Apothekerin oder der Apotheker dem verschreibenden Arzt Rückmeldung, der die Therapie entsprechend anpasst. Des Weiteren erklärt der Apotheker, wann und wie der Patient die verschiedenen Arzneimittel am besten einnimmt und was dabei zu beachten ist, um Nebenwirkungen und Interaktionen mit anderen Medikamenten möglichst gering zu halten. Darüber hinaus werden Patienten über Sicherheitsrisiken, die sich auf die Verkehrstüchtigkeit oder die Reaktionsfähigkeit beim Bedienen von Maschinen auswirken können, informiert. „Ein erfolgreiches Medikationsmanagement setzt insbesondere bei chronischen Erkrankungen eine laufende Analyse des Medikationsplans, eine umfassende Dokumentation der Daten sowie eine persönliche Beratung durch die ApothekerInnen voraus.

(Quelle: Österr. Apothekerkammer)